Moderne Marketing Phänomene einfach erklärt – Kapitel 4: Bluejacking

Wie schnelllebig unserer heutige Gesellschaft ist, wie schnell digitale Revolution und Innovation – aber auch „Veraltung“ von Technik eintritt, sehen wir nicht nur an PCs, Smartphones und Autos. In dieser Reihe geht es um „moderne“ Marketing-Phänomene – Marketing-Phänomene, deren Basis unser technischer Fortschritt bildet, die wahrscheinlich in ein paar Jahren ebenfalls schon veraltet sein werden, über die wir vielleicht lachen werden. Genauso ist es wohl um das Phänomen bestellt, das in diesem Kapitel behandelt wird: Bluejacking.

Seit den Neunzigern gibt es Bluetooth als internationalen Industriestandard zur kabellosen Datenübertragung. Viele werden sich an die Zeit erinnern, als Bluetooth ganz langsam Standardbestandteil von Handys wurde, Daten konnten fortan nicht nur via Infrarotschnittstelle (unter der lästigen Bedingung, dass sich die Geräte in unmittelbarer Nähe voneinander befinden…) sondern via fortschrittlichem Bluetooth auch aus bis zu zehn Metern Entfernung übertragen werden.

In den 2000ern wurde Bluetooth allmählich „normal“, auch heute noch ist es zur Standard-Bequemlichkeit geworden: Man verbindet sein Smartphone mal eben schnell mit Bluetooth-Lautsprechern, um laut Musik hören zu können – oder verbindet sein Handy via Bluetooth mit dem Autoradio, um die Navigation an einem größeren Bildschirm anzeigen zu können.

Als Bluetooth neu war, erkannten jedoch einige schlaue Marketing-Köpfe das Potenzial, das von Bluetooth für die Werbebranche ausging. Immer mehr Menschen trugen ihr Handy immer bei sich, und so kam die Idee auf, via Bluetooth-Hotspots Werbung zu schalten. Das sogenannte „Bluejacking“ ward geboren.

In Deutschland war das zwar kein weit verbreitetes Phänomen, international – insbesondere in den USA (man denke an den Times Square in New York…) fand das Bluejacking allerdings massenweise Anwendung. Dabei wurden Bluetooth-Hotspots in Schaufenstern, Litfaßsäulen, Plakattafeln oder Bushaltestellen untergebracht, die sich automatisch mit Bluetooth-fähigen Geräten verbanden, um den Nutzer mit Werbung zu konfrontieren.

Alles in allem eine gute Idee, sie hat jedoch auch ihre Tücken: So konnte es gut und gerne passieren, dass der jeweilige Nutzer die Schaltung von Werbung als Fehlfunktion des Handys verstand – oder sich zugespammt fühlte. Mit dem Aufkommen bzw. der „Standardisierung“ des mobilen Internets – insbesondere im Zusammenhang mit Internet-Flatrates – verlor das Bluejacking immer mehr an Bedeutung. Unser Fazit lautet deshalb auch: Es gibt definitiv bessere Methoden, um Kunden anzusprechen…

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