Moderne Marketing-Phänomene einfach erklärt – Kapitel 1: Astroturfing

Astroturfing bezeichnet das künstliche Nachahmen einer Bürgerbewegung durch Unternehmen und Lobbyorganisationen, die hinter den Kulissen die Fäden in der Hand haben und die Bewegung lenken und zu ihrem Vorteil nutzen.

Astroturf war ein US-amerikanischer Hersteller von Kunstrasen, dessen Firmenname in den Sprachgebrauch als allgemeine Bezeichnung für Kunstrasen Einzug gefunden hat. Eine Bürgerbewegung heißt auf Englisch „grassroots movement“, weshalb die Bezeichnung als „Kunstrasen“ für eine fingierte Bürgerbewegung durchaus Sinn zu machen scheint.

Ein Beispiel: Die FDP wurde 2010 dabei ertappt, wie sie wiederholt parteifreundliche Kommentare auf dem ruhrbarone.de-Blog postete. Der Deutsche Rat für Public Relations kritisierte das scharf.

Doch eben nicht nur in der Politik lässt sich diese Vorgehensweise beobachten: 2007 beeinflusste die Deutsche Bahn durch zielgerichtete Kampagnen in Form von Umfragen die Öffentlichkeit dahingehend, dass sich eine Stimmung gegen die damaligen Streiks der Lokführer gegen die Privatisierung der Bahn entwickelte. Foren und Blogs wurden massiv bahn-freundlich unterwandert sowie der Anschein erweckt wurde, dass die Privatisierung der DB in der Gesellschaft auf einen hohen Grad an Zustimmung trifft. Auch hier schritt der Deutsche Rat für Public Relations ein.

Wie man sieht: Die Astroturfing-Methode ähnelt dem Einsatz einer groß angelegten Propaganda-Maschinerie. Um den Wettbewerb fair zu halten hilft nur eines: Sauber bleiben, und zwar Werbung machen, aber dafür nicht auf dunklen Schleichwegen am Rande der Legalität wandeln!

 

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